Pressekonferenz am 22.1.09: Der Text

25 01 2009

Hubsi Kramar und Hermann Fritzl zur Welturaufführung von  “Pension Fritzl”

Utl.:  Premiere am 23. 02. 09 im 3raum-anatomietheater Wien                      

Echtes Volkstheater – Vorführungen werden unter Polizeischutz stattfinden

(Wien, 21.01.09.) Diese Pressekonferenz ist aus zwei Gründen notwendig geworden:

1. Nach Verbreitung einer aufhetzenden Aussendung des Klub der Freiheitlichen Wien vom 13. 01. 09 und den darin enthaltenen Anschuldigungen des freiheitlichen Landtagsabgeordneten und Kultursprecher der FPÖ-Wien, Mag. Gerald Ebinger. Diese Aussendung beinhaltet auch Beschimpfungen der übelsten Art, sie hat ihrZiel, Herrn Kramar in der Öffentlichkeit zu brandmarken und dem Volkszorn preiszugeben, in hohem Maße erreicht. Sie beschwört in einem Furcht erregendem Ausmaß dunkle Zeiten herauf. Des weiteren sind Artikel im In- und Ausland erschienen, die zum Teil aus dieser Quelle gespeist zu sein scheinen und ebenfalls völlig falsche Fakten und Unterstellungen verbreiten.

2. Der Schmutzkübelkampagne, die nun täglich in der Wiener Gratiszeitung HEUTE unter das Volk gebracht wird. Keiner der Urheber dieser Machwerke kennt das Stück. Keiner von Ihnen hat mit mir oder jemand Anderem, der den Inhalt und die Form des Stückes kennt, gesprochen.

Das wäre das Mindeste, um über etwas zu urteilen und um es derart zu verurteilen.

Die Inhalte dieser Anschuldigungen von FPÖ und HEUTE zielen offensichtlich darauf ab, nicht nur die Produktion zu verhindern, sondern – was demokratiepolitisch noch viel bedenklicher ist –  die Lebensgrundlage des Regisseurs und Theatermachers Hubsi Kramar zu vernichten.

Es wir verlangt, dass Herrn Kramar verboten werden soll, “Pension Fritzl” aufzuführen, dass ihm die Subventionen gestrichen werden sollen, und somit sein Theater geschlossen werden muss.

Der Gratiszeitung HEUTE ist es durch diese täglichen Hetzberichte gelungen, laut eigenen Aussagen Hunderte von LeserInnen und Leser soweit aufzuhetzen, dass der Inhalt der abgedruckten Leserbriefe äußerst bedrohliche Formen angenommen hat. Es wird z.B in einem dieser Briefe vom 21. 01.09 gefordert,  so jemanden mit einer “saftigen Geldbuße und/oder Gefängnis…” zu bestrafen.

Der Volksgerichtshof arbeitet. Sind wir bereits wieder soweit?

Wie bereits im Fall Kampusch deutlich zu erkennen war, ist der heuchlerische Umgang mit sensiblen Themen klare Chefredaktionslinie (Richard Schmitt) dieses Gratisblatts. Es appelliert an niedere Instinkte eines Massenpublikums, dem reißerische Infohappen gereicht werden, die es den Lesern unmöglich macht, zwischen wenigen U-Bahn-Stationen über das Gelesene nachzudenken.

Jeder, der die Arbeit von Hubsi Kramar kennt, weiß, dass er vorbehaltlos auf Seiten der Opfer von gesellschaftlichen Gewaltverhältnissen steht. Daher ist es eine besondere Infamie, dass ihm unterstellt wird, in der Produktion “Pension Fritzl” würden die Opfer sexueller Gewalt verhöhnt. Es ist der Öffentlichkeit aus zahlreichen vorangegangenen Produktionen bekannt, dass Kramar mit Opfern, auch Missbrauchs-Opfern, gearbeitet hat und arbeitet und ihre Würde achtet.

Beispiele sind “Mein Kampf” von G. Tabori – im ehemaligen Männerheim Meldemannstraße und die Film-Reihe “Wonderful – Obdachlose machen Urlaub” etc.

Auch in “Pension Fritzl” arbeitet Kramar mit Menschen die Opfer – Stigmata haben.

Die Inzestproblematik ist tabuisiert. Eine Mauer des Schweigens umgibt nach wie vor das Thema der Gewalt in der Familie. Aus Profitgier bestimmter Medien gibt es Ausnahmen wie den Fall Kampusch und den Fall Josef F. Die Heuchelei ist grenzenlos.

Ursprünglich sollte “Pension Fritzl” eine Mediensatire sein. Es war nie vorgesehen, dass die Amstettener Familie des Josef F. in der “Pension Fritzl” auftreten würden.

Unsere Intention: Die Fritzls in uns Österreichern sichtbar zu machen.

Symbolisch betrachtet, sind im derzeitigen Klima Österreichs durch die Fritzlsche Medienmacht auch wir Fritzlsöhne und Fritzltöchter. Ursprünglich sollte die Rolle bestimmter Medien aufgezeigt werden, die durch ihre menschenverachtende Darstellung aus Profitgier Opfer bloßstellen und damit verhöhnen. Das Prinzip ist einfach: Hinter dem schamlos geheucheltem Mitgefühlstheater stehen knallharte Profitinteressen, die ohne menschliches Mitleid ausschließlich an Auflagensteigerung interessiert sind. Der aktuellen Berichterstattung ist es gelungen, dieses Theaterstück bereits aufzuführen.

So gesehen, haben sich die oben Genannten mit ihrer Ignoranz und Projektion auf unsere Arbeit selbst die Maske vom Gesicht genommen. Haben sie vielleicht aus Verdrängung über sich selbst gesprochen?

Mit “Pension Fritzl”  sind wir beschenkt worden eine völlig neue Form des Theaters zu kreieren.

Es ist die Welturaufführung eines Theaterstücks, dessen Text laufend von den Medien und den Kommentaren des Publikums geschrieben wird. Es ist das erste wirkliche Volkstheater-Stück, verfasst von den Volksverführern und deren Verführten selbst. Wir sind gespannt, welche Überraschungen uns die nächsten Wochen bringen werden und was wir bei der Premiere von “Pension Fritzl” am 23.Februar 09 im Wiener 3raum-anatomietheater erleben dürfen.

Hermann Fritzl, der die Idee für diese Satire hatte und damit zu Hubsi Kramar gekommen ist, lässt Sie alle herzlich grüssen. Er wird bei der Premiere anwesend sein und für Interviews zur Verfügung stehen. Seien Sie versichert, es gibt ihn wirklich. Er ist ein echter Fritzlsohn. He is from Austria.

P.S. Wir freuen uns, wenn das National-Epos  “Pension Fritzl” am Domplatz den “Salzburger Jedermann” ablöst und so dem Ansehen Österreichs in der Welt keinen Schaden mehr zufügen kann.






„Pension Fritzl“: Das Stück

25 01 2009

Knapp vor dem Fritzl-Prozess startet die Keller-Soap „Pension Fritzl“. 
Tiefer gehts nicht mehr. Einfach Nieder-Österreich.

In der „Pension Fritzl“ tummeln sich die bekanntesten und beliebtesten Österreicher: Der Herr Fritzl, der Fritzlsohn, die Fritzltochter, die Fritzlfrau, das Fritzlstein-Monster (noch nicht so bekannt, aber das kommt schon noch), eine Runde von „echten“ Experten und Promis als Überraschungsgäste.

Das erste echte Volkstheater in Hubsi Kramar´s 3raum-anatomietheater ab 23.2.09.





Puls 4 „talk of town“: Pension Fritzl: Eine Frechheit?

23 01 2009

Im Wiener TV-Sender „Puls 4″ eine interessante Runde:

Mein Regisseur Hubsi Kramar talkt mit Amstettener-Fritzl Anwalt Meyer und der Journalistin Judith Leopold (oe24.at) über unser Stück. Hubsi sagt ganz klar, um was es uns im Stück gehen wird. Eine differenzierte Diskussion, tolle Zuseherreaktionen.